{"id":657,"date":"2021-10-10T11:17:56","date_gmt":"2021-10-10T11:17:56","guid":{"rendered":"https:\/\/insider.hogau.org\/?p=657"},"modified":"2024-06-29T11:43:14","modified_gmt":"2024-06-29T09:43:14","slug":"euphancholie-lesung-mit-bestsellerautor-benedict-wells","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/insider.hogau.org\/index.php\/2021\/10\/10\/euphancholie-lesung-mit-bestsellerautor-benedict-wells\/","title":{"rendered":"Euphancholie &#8211; Lesung mit Bestsellerautor Benedict Wells"},"content":{"rendered":"\n<p>Der Ernst des Lebens soll schon bald losgehen f\u00fcr die 11. und 12. Kl\u00e4ssler des Gymnasiums Hohenschwangau. Nach dem Abitur warten Studium, Ausbildung oder viele weitere Berufsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr eine erfolgreiche Zukunft auf uns. Das ist alles wirklich viel. Denn mit 18 schon Entscheidungen zu treffen f\u00fcr sein 30-j\u00e4hriges Selbst? Fast unm\u00f6glich. Dies meinte auch der junge Bestsellerautor Benedict Wells in seiner Lesung am Montag, dem 20.09.2021, am Gymnasium Hohenschwangau. Der Schriftsteller hatte selbst 2003 sein Abitur hier bestanden und wurde danach in die gro\u00dfe, weite Welt entlassen. Doch anders als die meisten seiner Schulkameraden entschied er sich nicht f\u00fcr ein Studium oder \u00c4hnliches, sondern beschloss sich ganz seiner Leidenschaft, dem Schreiben, hinzugeben und alles zu tun, um sich den Traum vom eigenen Buch zu erf\u00fcllen. Seiner Meinung nach: nicht wirklich mutig. Naja, das ist wohl Interpretationssache. In einer langwierigen Phase des erfolglosen Schreibens hielt er sich mit Nebenjobs \u00fcber Wasser und arbeitete fokussiert an seinen damaligen Werken weiter. Nach vier Jahren der Ablehnung durch viele Verleger war der erste Agent bereit, seine Entw\u00fcrfe zu lesen und der Erfolg nahm langsam seinen Lauf. Auf die Frage nach seinem unfassbaren Durchhalteverm\u00f6gen in einer Zeit ohne jegliche Zustimmung oder Anerkennung f\u00fcr seine Arbeit, antwortete er, dass er \u201ein etwas gescheitert war, das [er] geliebt ha[be], weshalb es okay [gewesen sei]\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Leidenschaft f\u00fcr seinen Beruf konnte man w\u00e4hrend des gesamten Vortrags deutlich heraush\u00f6ren und seine Worte \u00fcber Tr\u00e4ume und die vielen M\u00f6glichkeiten, welche auf uns warten, waren sehr inspirierend \u2013 auch in Bezug auf die eigene Zukunft. Diese Angst und gleichzeitige Freude im Hinblick auf Zukunftsperspektiven thematisiert Wells auch in seinem neuen Roman <em>Hardland<\/em>, welcher von einem Jugendlichen aus einem kleinen Dorf in Missouri handelt, der ebenfalls trotz Widrigkeiten seinen Weg findet. In Zusammenhang mit einer Buchstelle, die uns Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern vorgelesen wurde, pr\u00e4gte Wells das Wort \u201eEuphancholie\u201c. Dieses beschreibt genau das Gef\u00fchl, das so viele von uns kennen, wenn man vor Freude schreien k\u00f6nnte und gleichzeitig melancholisch und nachdenklich wird, im Hinblick auf das Ende der Schulzeit.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber Gedanken wie diese oder auch andere Sorgen und Unsicherheiten aus der Vergangenheit ist Benedict Wells erst richtig zum Schreiben gekommen. Fr\u00fcher waren es bedrohliche Emotionen, die man nicht in Worte zu fassen vermochte, aber heute findet er in seinen Werken eine M\u00f6glichkeit, all diese Gedanken zu verarbeiten und durch sie verschiedene Geschichten zu erz\u00e4hlen. Doch nicht nur dieser offene Umgang mit seinen Gef\u00fchlen, sondern auch seine Liebe f\u00fcr die Sehns\u00fcchte der 80ies und sein Gest\u00e4ndnis, nie wirklich gut in Deutsch gewesen zu sein, machten ihn uns noch sympathischer. Nach zwei interessanten Passagen aus seinem Roman entlie\u00df uns der Schriftsteller mit den Worten \u201eEs gibt keine Garantie das es klappt, aber es klappt nur wenn man es macht\u201c inspiriert in die folgende Schulwoche.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Ernst des Lebens soll schon bald losgehen f\u00fcr die 11. und 12. Kl\u00e4ssler des Gymnasiums Hohenschwangau. 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