{"id":189,"date":"2021-04-18T19:34:05","date_gmt":"2021-04-18T19:34:05","guid":{"rendered":"https:\/\/insider.hogau.org\/?p=189"},"modified":"2021-06-11T13:34:49","modified_gmt":"2021-06-11T13:34:49","slug":"social-media-fluch-oder-segen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/insider.hogau.org\/index.php\/2021\/04\/18\/social-media-fluch-oder-segen\/","title":{"rendered":"Social Media &#8211; Fluch oder Segen?"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Instagram, Facebook, Tinder und vieles mehr\u2026&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Jeder kennt diese Plattformen und nutzt einige davon bestimmt selber t\u00e4glich. Gerade jetzt in Zeiten von Corona, in denen man sich nicht mit Freunden treffen sollte, sind Social Media eine gute M\u00f6glichkeit, um trotzdem Kontakt mit anderen haben zu k\u00f6nnen. Doch man sollte bei der Nutzung vorsichtig sein und bewusst dar\u00fcber nachdenken, wie man sie nutzt und was man dort liest.<\/em><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Dass das Internet nichts vergisst, wei\u00df so gut wie jeder, weshalb man vorsichtig sein sollte, was f\u00fcr Bilder man postet bzw. was man dort \u00fcber sich preisgibt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Denn habt Ihr Euch schon einmal dar\u00fcber Gedanken gemacht, warum die Nutzung von Social Media in der Regel nichts kostet? Das liegt daran, dass diese Dienste nur auf den ersten Blick kostenlos sind. F\u00fcr die Nutzung von Facebook und \u00c4hnlichem m\u00fcssen wir kein Geld zahlen &#8211; wir bezahlen vielmehr mit unseren Daten.<\/p>\n\n\n\n<p>Jeder hat bestimmt schon mitbekommen, dass Soziale Medien unsere Nutzerdaten sammeln, um diese dann an die &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; unterschiedlichsten Unternehmen und Plattformen weiterzuverkaufen. So k\u00f6nnen Unternehmen beispielsweise aus unseren Facebook-Likes, Posts oder Kommentaren unsere Interessen ermitteln, um uns speziell darauf abgestimmte Werbung zu zeigen oder aktuelle Trends ausfindig zu machen. Aber gerade dieses Sammeln und Verarbeiten von personenbezogenen Daten ist auch anf\u00e4llig f\u00fcr Cyberkriminalit\u00e4t. Denn nicht selten finden Kriminelle einen Weg, um an diese Daten zu gelangen und so unsere pers\u00f6nlichen Informationen f\u00fcr ihre Zwecke zu nutzen. Doch Nutzer sind nicht g\u00e4nzlich machtlos. Bei Facebook kann man zum Beispiel bei \u201eEinstellungen\/Werbeanzeigen\u201c nachschauen, welche werberelevanten Posts geliked wurden und unter \u201eEinstellungen f\u00fcr Werbeanzeigen\u201c kann personalisierte Werbung sogar ganz abgestellt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist also umso wichtiger, dass wir uns vor der Nutzung solcher Internetdienste gut dar\u00fcber informieren, welche unserer Daten zu welchen Zwecken gespeichert und verwendet werden. Das ist allerdings den meisten von uns zu m\u00fchsam, da solche Datenschutzrichtlinien oft nur schwer und mit viel Geduld zu verstehen sind. Das effektivste Mittel zur Vorbeugung des Missbrauchs unserer Daten ist allerdings viel einfacher: Jeder von uns sollte genau \u00fcberlegen, was wirklich dazu gedacht ist, von vielen Personen aus verschiedensten Teilen der Erde gesehen und gespeichert zu werden und wirklich nur solche Informationen preisgeben, die nichts zu Pers\u00f6nliches enthalten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table is-style-stripes\"><table><tbody><tr><td><strong>So sch\u00fctzt Du Dich und Deine Daten<\/strong><br>\u00dcberpr\u00fcfe Deine Einstellungen (privates Konto statt \u00f6ffentliches, &#8230;).<br>Nutze eine andere E-Mail-Adresse f\u00fcr Deine Social Media Accounts als f\u00fcr Online-Banking etc.<br>Je komplizierter das Passwort, desto besser \u2013 nutze sichere Passw\u00f6rter. <br>Hinterfrage alles kritisch, was Du liest und siehst. \u00dcberlege genau, was Du postest (Das Internet vergisst nie!).<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>Problematisch ist auch, dass bei Social Media jeder etwas posten kann, auch wenn es h\u00e4ufig nicht der Wahrheit entspricht und solche Fake-News durch Instagram usw. oft schnell verbreitet werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Psychologe Ingo Ostgathe meinte in einem Interview dazu, dass aus psychologischer Sicht das Problem darin liegt, dass wir, wenn wir etwas oft lesen oder sehen, nicht mehr unterscheiden k\u00f6nnen, ob dies stimmt oder nicht. Somit k\u00f6nnen soziale Plattformen auch bewusst dazu genutzt werden, einer Person mit Rufmord oder \u00c4hnlichem zu schaden. Stellen wir uns also vor, dass die Person A der Person B schaden m\u00f6chte. Hierzu kann die Person A ohne weiteres eine falsche Tatsache \u00fcber die Person B im Internet posten, wodurch sich diese Unwahrheit rasend schnell verbreitet. Die Leser dieses Posts sind hierbei nicht in der Lage zu unterscheiden, ob es sich um die Wahrheit handelt oder nicht. Ein gro\u00dfer Teil der Nutzer der Sozialen Medien, die diesen Post gesehen haben, wird also an die Echtheit der von Person A geteilten Inhalte glauben.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table is-style-stripes\"><table><tbody><tr><td>Unter <strong>Cybermobbing<\/strong> versteht man die Beleidigung, Bedrohung, Blo\u00dfstellung oder Bel\u00e4stigung von Personen mithilfe von Kommunikationsmedien, beispielsweise \u00fcber Smartphones, EMails, Websites, Foren, Chats und Communities.<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>Aus einer Studie des B\u00fcndnisses gegen Cybermobbing in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse geht auch hervor, dass die Zahl der von Cybermobbing betroffenen Kinder und Jugendlichen seit 2017 um mehr als ein Drittel gestiegen ist. So waren im Jahr 2020 17,3 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen betroffen, w\u00e4hrend es 2017 noch 12,7 Prozent waren &#8211; und die Dunkelziffer d\u00fcrfte deutlich h\u00f6her sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Social Media bringen aber noch weitere Probleme mit sich, unter anderem, dass diese Medien die Wirklichkeit praktisch \u201everzerrt\u201c darstellen, was zu einem verschobenen Weltbild mit weitreichenden Folgen f\u00fchren kann. Ein Beispiel sind die Auswirkungen, die schlanke Models mit scheinbar \u201eperfekten\u201c Figuren haben k\u00f6nnen, da viele Leute durch dieses Sch\u00f6nheitsideal ein falsches Bild entwickeln und glauben, dass sie sich an dieser \u201eMustervorgabe\u201c orientieren m\u00fcssen, um akzeptiert zu werden. Dadurch k\u00f6nnen vor allem bei jungen Leuten Essst\u00f6rungen oder Depressionen entstehen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Social Media erm\u00f6glichen uns aber gerade auch, mit anderen zu kommunizieren, ohne sich zu treffen. Diesen Vorteil von Whatsapp und Co. sollte man nur begrenzt nutzen und mit Vorsicht genie\u00dfen. Viele verwenden zum Beispiel Dating Apps wie Tinder, bei denen man sich ein Profil erstellt und es so lange \u201eperfektioniert\u201c, bis man sich m\u00f6glichst interessant dargestellt hat. Wenn man dann anf\u00e4ngt mit einer fremden Person zu schreiben, erz\u00e4hlt man nur spannende und positive Dinge \u00fcber sich und zeigt folglich nicht, wie man wirklich ist, sondern setzt sich eine \u201eMaske\u201c auf, um Eindruck zu schaffen, wie Ingo Ostgathe erkl\u00e4rt. Problematisch ist hierbei, dass man sich hinter dieser \u201eMaske\u201c versteckt, mit der Folge, sich st\u00e4ndig verstellen zu m\u00fcssen. \u201eDieser Verlust des Kontakts zu sich selbst, ist ein Grund f\u00fcr viele Depressionen\u201c, so Ingo Ostgathe.<\/p>\n\n\n\n<p>Es empfiehlt sich also, \u00fcber die Frage, ob Social Media wirklich so sozial sind, nachzudenken, da Studien zeigen, dass es mittlerweile immer h\u00e4ufiger vorkommt, dass Kinder und Jugendliche lieber nur chatten, anstatt sich wirklich zu treffen. Mit dieser Problematik sollten wir uns deshalb bewusst auseinandersetzen und uns doch lieber mit Freunden verabreden, als nur \u00fcber Whatsapp oder \u00e4hnliche Social Media zu kommunizieren.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table is-style-stripes\"><table><tbody><tr><td><strong><strong>Allgemeine Informationen und Hilfsangebote:<\/strong><br>\u2022&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"http:\/\/www.jugendschutz.net\/pdf\/chatten_ohne_Risiko.pdf\">\u201eBrosch\u00fcre Chatten ohne Risiko? Sicher kommunizieren in Chat, Messenger und Community\u201c<\/a> von jugendschutz.ne<br>\u2022&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"http:\/\/jugendschutz.net\/pdf\/Faltblatt_Communitys.pdf\">\u201eFaltblatt Sicher vernetzt! Kinder und Jugendliche in Internet-Communitys\u201c<\/a> von jugendschutz.net<br>\u2022&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Beratungsstellen und Informationsquellen bei eventueller Medienabh\u00e4ngigkeit:<br><a href=\"https:\/\/www.klicksafe.de\/themen\/digitale-spiele\/digitale-spiele\/sucht-und-abhaengigkeit\/rat-und-hilfe\/\">https:\/\/www.klicksafe.de\/themen\/digitale-spiele\/digitale-spiele\/sucht-undabhaengigkeit\/rat-und-hilfe\/<\/a><a href=\"https:\/\/www.klicksafe.de\/themen\/digitale-spiele\/digitale-spiele\/sucht-und-abhaengigkeit\/rat-und-hilfe\/\"><\/a><br>Hilfe-Hotline bei Cybermobbing: 0721-98 19 29 10 (Helpline des B\u00fcndnisses gegen Cybermobbing)<\/strong><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Instagram, Facebook, Tinder und vieles mehr\u2026&nbsp; Jeder kennt diese Plattformen und nutzt einige davon bestimmt selber t\u00e4glich. 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