Berlin 2021: Eine Studienfahrt zurück in die Vergangenheit

Mit dem Ziel, die Club-Szene in Berlin aufzumischen, fuhren wir Sonntagmorgen mit dem Bus los Richtung Berlin. Wenn wir nicht gerade in die Berliner Partyszene eintauchten, nahmen wir an diversen Führungen teil, die vom Inhalt her unseren Geschichtsunterricht der 11. Klasse widerspiegelten. Wider Erwarten waren diese sogar äußerst interessant und haben uns unsere Geschichte auf vielfältige Weise erlebbar gemacht.

Nachdem wir acht lange Stunden im Bus gesessen waren und im Hotel eingecheckt hatten, durften wir die Stadt auf eigene Faust erkunden, wobei viele den Bundestag und das Brandenburger Tor besichtigten, für uns Landkinder ein äußerst aufregendes Erlebnis. Am nächsten Morgen machten wir – nachdem unser Herr Busfahrer ein spannendes Manöver hingelegt hatte, welches uns allen den Atem geraubte hatte – mit unserem Bus eine dreistündige Stadtrundfahrt. Dank unseres humorvollen Stadtführers, der uns die Geschichte der Berliner Mauer veranschaulichte und uns durch das Regierungsviertel begleitete, verging die Zeit wie im Flug. Während der Stadtrundfahrt waren wir natürlich alle hellwach und niemand musste einen Powernap machen.

 Ein Highlight unseres Berlinaufenthalts stellten für uns die Berliner Unterwelten dar. Hier handelt es sich um ein Tunnelsystem, welches den Menschen während der Zeit der Berliner Mauer eine Flucht von Ost- nach Westberlin ermöglichte.  Wir konnten sogar einen Blick in einen Originaltunnel werfen. Eine erschreckende  Vorstellung, durch so einen schmalen Tunnel fliehen zu müssen.

 Ein weiterer Höhepunkt war die eindrucksvolle Lichtershow in der Nähe des Bundestags, die von der Berliner Mauer und ihrem Fall handelte. Zwar waren wir etwas enttäuscht vom Berliner Partyleben, jedoch wurde uns beispielsweise durch diese Lichtershow wieder bewusst, dass Geschichte doch Spaß machen kann.

Am Abend unseres zweiten Tages in Berlin machten wir auf Herrn Kiesewetters Bestreben hin ein Gemeinschaftsbild vor dem Brandenburger Tor, welches uns natürlich super gelungen ist!

Ein weiterer bekannter Ort über die Geschichte unseres Landes auf unserer „To See“-Liste war das Dokumentationszentrum Topografie des Terrors. An diesem Ort befanden sich während der Zeit des „Dritten Reichs“ die Zentralen der SS, der Geheimen Staatspolizei und des Reichssicherheitshauptamts. Obwohl wir während der Führung fast eingeschlafen sind , was unter anderem am Schlafmangel lag, vielleicht aber auch an unserem „Guide“, fanden wir die Ausstellung sehr interessant.

 Eine Gedenkstätte, die uns besonders nahe ging, war das Denkmal für die sechs Millionen Juden, die während des Zweiten Weltkrieges in Europa ermordet wurden. Das Denkmal wurde in Form von verschieden großen Stelen installiert, die ein Symbol für die vielen Grabmäler darstellen. Im „Ort der Information“ neben dem Denkmal konnten wir beispielsweise Briefe der  gestorbenen Juden lesen und von deren Schicksalen erfahren.

Nach dem anschließenden Spaziergang zum Gendarmenmarkt ließen wir den Tag unter anderem in der „Berlin Shopping Mall“ und im „KaDeWe“ ausklingen,  wo selbstverständlich fleißig geshoppt wurde.

 An unserem dritten Tag in Berlin besuchten wir einen weiteren geschichtsträchtigen Ort der Stadt: Das ehemalige Stasigefängnis Hohenschönhausen. In der dortigen Ausstellung konnten wir Dokumente und Objekte, wie zum Beispiel eine zur Spionage dienende 90°-Kamera oder auch originale Stasi-Kleidung, betrachten. Während einer Führung durch eine Zeitzeugin über das Gelände erhielten wir zudem einen Einblick in die Haftzellen, in denen von der Stasi inhaftierte Menschen lebten. Durch diese Gedenkstätten und Führungen konnten wir das, was wir bislang im Geschichtsunterricht gelernt hatten, hautnah erleben, wodurch das Ganze für uns gegenwärtig wurde. Zudem bekamen wir eine Gratisabkühlung durch den Regen. An unserem letzten Tag in Berlin besuchten wir abschließend die eindrucksvolle Museumsinsel, wo wir unter anderem das berühmte Pergamonmuseum besichtigen durften. Dort konnten wir beispielsweise in der Antikensammlung einen 180 Meter langen Abschnitt der prunkvollen babylonischen Prozessionsstraße bewundern. Dies bildete einen perfekten Abschluss unserer  Reise zurück in die Vergangenheit.

 Wir Schüler haben die Fahrt sehr genossen und hoffen, dass es unseren Lehrern ähnlich ging. Vor allem bedanken wir uns bei ihnen für die viele Freizeit, die wie natürlich stets völlig nüchtern verbracht haben.

Der Bundestag